Die Geschichte des Biller Ruder Club von 1883 r.V. Hamburg
 

Um das Rudern sportgerecht betreiben zu können, gründeten einige junge Leute am 27. August 1883 den Ruder Club „Theodor von der Bille“. Der Name kam vom kapitalkräftigsten unter ihnen: Theodor Kilgast. Aber schon ein Jahr später, auf der Generalversammlung am 14. Oktober 1884 beschließt man, den Verein - Biller Ruder Club von 1883 - zu nennen.

1894 – 1903

In den folgenden Jahren war der BRC dann häufiger als Teilnehmer gern gesehene Gäste bei den Ruderveranstaltungen auf der Ilmenau, in Lübeck und in Bardowick. 1896 wurde der Norddeutsche Ruderer Bund (NRB) gegründet und vom BRC die erste Bill-Regatta durchgeführt.
1897 erruderte Emil Hoffmann im 1rud. Werry die Meisterschaft.

1904 – 1913

1905 kam es zu einer Machtprobe zwischen dem NRB und der Gemeinschaft der Billvereine. Da die Gemeinschaft zu schwach war, war der Weg frei für den Zusammenschluss aller Vereine im NRB. Im Jahre 1908 trat auch der Biller RC ebenfalls im NRB ein und gehört ihm seitdem ununterbrochen an. Mehrfach war er durch Mitglieder in leitender Bundesstellung vertreten.
In diesen Jahren wurde die 6rud. Gig „Rebekka“ und die 4rud. Gig „Johannes Stoltenberg“ gekauft. Dank dieser Boote, war der BRC immer in vorderster Linie zu finden.

1914 – 1923

Waren die Jahre bis 1914 sportlich sehr erfolgreich, so wurde diese Entwicklung abrupt durch den 1. Weltkrieg unterbrochen. Aber bereits 1919 konnte der Ruderbetrieb wieder aufgenommen werden. 1920 entstand das zweite Bootshaus auf dem Pachtgelände neben dem „Bullenhuser Schleusenhaus“. 1923 wurde die 4rud. Gig „Emma“ angeschafft, die später wieder verkauft wurde.

1924 – 1933

1924 wurden 3 Neubauten auf Stapel gelegt ( Vierer-Gig, Vierer-Werry, Sechser-Werry), die alle sehr erfolgreich waren. Als einer der ersten Bundesvereine, ging der BRC dazu über, Ergänzungssport zu betreiben. Durch den guten Nachwuchs war es bald möglich, auch in der Leichtathletik, dem Schlagball, dem Handball und im Schwimmen führend zu sein.

1934 – 1943

1936 kam der BRC durch die Vereinigung mit dem RC Freiheit in den Besitz eines zweiten Bootshauses auf der Insel Billerhude.
1936 – 38 wurde Otto Seifert im 1rud. Werry Meister des NRB. 1938 ist der BRC der erfolgreichste Verein im NRB. 1939 mit dem Ausbruch des 2. Weltkrieges, war dann wieder alles vorbei. 1941 wird zum ersten Mal das Rollsitzrudern eingeführt.
1943 war dann alles, was in 60jähriger stolzer Tradition aufgebaut wurde, mit einem Schlag vernichtet. Der BRC stand vor dem Nichts. Die Sportkameraden K. Baden, W. Haase, E. Unterborn und E. Jörs brachten wieder Ordnung in das Chaos. Das Gelände auf der Insel Billerhude wurde uns für das abgetretene Grundstück an der Grünen Brücke zugesprochen.

1944 – 1953

Jetzt galt es, den Verein wieder aufzubauen. Der regelmäßige Ruderbetrieb wurde 1946 wieder aufgenommen. Bereits 1947 konnten 6 Siege und 1948 schon 12 Siege errudert werden. Der größte Erfolg war der Gewinn der Meisterschaft im 1. Vierer-Gig-Rennen mit der Mannschaft G. Heiden, W. Limberg, W. Ganschow, W. Wiede, Stm. W. Puttfarken.
Am 18. September 1949 wurde das neue Bootshaus auf der Billerhuder Insel eingeweiht.
1952 wurde dem Verein eine Damen-Abteilung angegliedert.
Um das Rollsitz-Rudern zu fördern, beschloss der Rudertag 1953, keine Meisterschaften mehr in Gig-Booten auszutragen. Ein weiterer Beschluss war die Einführung von Damenabteilungen, deren Rennen nur in Rollsitzbooten gestartet werden durften.

1954 – 1963

1954 – 56 entwickelte sich die Jugend- sowie die Damenabteilung im BRC weiter nach oben. 1957 wurde ein C-Vierer-Mehrzweckboot und ein C-Zweier erworben.
Während beim Nebensport (Leichtathletik, Handball u.ä.) noch Siege erreicht wurden, trat beim Ruderbetrieb eine Flaute ein. In dieser Zeit wurde die zweite Bootshalle gebaut. Jetzt konnten die Boote in einer getrennten Halle gelagert werden und man hatte Platz für eine weitere Sportart: dem Tischtennis.

1964 – 1973

Mit der neuaufgebauten Jugendabteilung wurden in den Jahren 1965 bis 1967 mehrere schöne Siege errudert. Der größte Erfolg war das Sportfest in Harburg, wo der Verein in der NRB - Tabelle vom 7. auf den 2. Platz kam.
Nach der Anschaffung der ersten Kunststoff-Einer im Jahr 1968 zählte der BRC nach kurzer Zeit zu einen der führenden Vereine in dieser neuen Bootsklasse. Aber nicht nur im Rudern wurden Erfolge erzielt – die Tischtennis Spieler wurden NRB Meister in der Männer – Klasse.
1971 war für den Verein mit 6 Siegen beim Schwimmfest, 4 Siegen beim Tischtennis und vielen Siegen auf den Regatten ein sehr erfolgreiches Jahr. In Friedrichstadt erhielt der BRC als drittbester Verein die Bronzemedaille der Stadt. Außerdem war der BRC auf Regatten in Dänemark, Salzgitter, Bad Segeberg, Stuttgart, Lübeck, Lüneburg und Otterndorf vertreten. 1972 qualifizierten sich zum ersten Mal jeweils 2 Ruderer und -Innen des BRC für den Bundesentscheid. Karin Bohnhof und Cornelia Ebinger im Skiff belegten jeweils den 5 Platz.

1974 – 1983

1974 nahm der BRC das erste Mal an einem Hallen- und Kleinfeldfußball-Turnier teil und konnte beide Turniere mit einem Sieg beenden.Für die Jahre 1974 – 1976 erhielt der BRC für die beste Jugendarbeit in Hamburg vom Hamburger Sport Bund den Georg-Frank-Preis überreicht. Die sehr stark gewordene Jugendabteilung erruderte so manchen schönen Sieg und es kam nicht selten vor, dass über die Hälfte der Meldungen erfolgreich verliefen.
Beim Bundesentscheid 1974 konnten sich Petra Richter und Claudia Matthiesen über eine Silbermedaille freuen, Doris Harre belegte ein Jahr später ein dritten Platz im Einer, 1976 schieden die Ruderinnen leider schon im Vorrennen aus. Ein neuer Renn-Doppelzweier wurde im Jahr 1977 angeschafft. 1978 qualifizierten sich beim Landesentscheid, der das erste Mal auf der neuen Regattastrecke Dove-Elbe durchgeführt wurde, 3 Mannschaften für den Bundesentscheid in Bad Waldsee. Während Anja Nordhorn im Einer einen guten 3. Platz erruderte, landeten Silke Rosburgund Susanne Liebner im Doppel-Zweier auf dem 6. Platz. Den größten Erfolg erzielte der zweite Mädchen-Doppelzweier mit Monika Döpke und Simone Steffen – sie wurden Bundessieger und wiederholten diesen Erfolg 1979 in Wolfsburg noch einmal. Gegen internationale Konkurrenz ging es dann 1979 bei der Internationalen-Ruder-Regatta in Ratzeburg. Hier konnte der Frauen-zweier mit Petra Richter und Brunhilde Kreschner einen 6. Platz erreichen.
Während seit 1978 die Mitgliederzahlen rückläufig waren, konnte diese negative Entwicklung 1981 endlich gestoppt werden. Obwohl überwiegend nur 2 Ruderinnen den BRC auf Regatten vertreten haben, konnten schöne Siege erzielt werden. Mit der inzwischen wieder angewachsenen Jugendabteilung werden Wanderfahrten, Zeltlager, Breitensport und natürlich Regatten durchgeführt.

1983 – 1993

Die Dekade der erwachsenen Ruderer und –innen.

Mit der Gründung der Betriebssportgruppe STILL wurden weitere Mitglieder zum BRC geführt. Mit Ihnen wurden zahlreiche Erfolge auf der BSG Regatta in Hamburg gefeiert und gemeinsame Wanderfahrten auf den Flüssen Weser, Werra, Lahn, Elbe von Bad Schandau bis Wittenberge durchgeführt.
Der AH-Vierer in der Besetzung Bäker, Schütt, Sellhorn, Otto konnte mit dem im Jahre 1987 angeschafften neuen Gig-Vierer „Billstedt“ zahlreiche Siege auf der Bergedorfer Langstrecke, der Hummelregatta und dem Fari - Cup erringen. In Renngemeinschaft kamen weitere Siege im Achter hinzu.
Anlässlich des 800. Hafengeburtstags wurde zum ersten Mal das Staffelrudern“ ausgetragen – der BRC ist seitdem jedes Jahr an dieser Veranstaltung auf der Außenalster beteiligt.
Nach der Grenzöffnung und der Wiedervereinigung bot sich bei der Elbe-Rallye erstmals 1990 die Möglichkeit, am Ostufer anzulegen und Dömitz zu besichtigen. Die RG Lauenburg veranstaltet aus diesem Grund alljährlich am 3.10. die Langstreckenregatta von Boizenburg nach Lauenburg – die als „Haxenregatta“ Berühmtheit erlangt und regelmäßig vom BRC Mannschaften besucht wurde.
Als Veranstalter der „BRC-Clubregatta“ konnten wir zahlreiche Gastvereine am Bootshaus auf der Billerhuder Insel begrüßen und im Jahr 1988 wurde erstmals wieder das „Blaue Band der Bille“ als Langstreckenrennen ausgetragen, 1993 auch für die Damen und gleich im ersten Rennen mit einem BRC Sieg.
Neben den Ruderregatten waren die BRC Mitglieder auch beim Schwimm- und Leichtathletik – Sportfest, der Tischtennis Punktspielrunde des AAC/NRB und verschiedenen Laufveranstaltungen aktiv. Das Bootshausgelände erfuhr durch die Erneuerung der Steganlage eine Aufwertung.

1994 – 2004

Die Jugend kommt.

Bei dem 1994 erstmals organisierten Ferienruderkurs konnten wir 45 Kinder in zwei Wochen das Rudern näher bringen- da sich einige Kinder entschlossen, Mitglieder zu werden, wuchs die Zahl der Jugendlichen in den nächsten Jahren kontinuierlich, gelegentlich ergriff der Ruderbazillus auch die Eltern dieser Kinder. Schon 1995 wurde die erste Jugendwanderfahrt in Berlin durchgeführt.
Bis zum Ende dieser Dekade wurden insgesamt 12 Boote dank großzügiger Unterstützung des Bezirksamt und Firmen wie der HASPA angeschafft. Es wurden regelmäßig die Regatten im Hamburger Raum besucht und gute Erfolge erreicht. Auch bei den Nebensportwettbewerben konnten etliche Siege verbucht werden.
Im Jahre 2001 und 2002 konnten sich jeweils drei 13 – 14 jährige Jungen und Mädchen durch Siege beim Landesentscheid für den Bundeswettbewerb (U-15 Meisterschaften) qualifizieren. Die erfolgreiche Jugendbetreuung spiegelte sich auch in diversen Siegen auf den DRV-Regatten in Bremen, Otterndorf, Bad Segeberg und Lübeck wieder.
Aber auch die Alten waren nicht tatenlos – ebenfalls mit einem neuen Boot ausgestattet, blieben sie auf der Erfolgsspur u.a. wurde der „Grüne Moselpokal“ im Jahr 1997 mit der Mannschaft Bäker, Schütt, Sellhorn und Streich aus Bernkastel-Kues nach Hamburg gebracht.
Die meisten Ruderkilometer wurden im Jahr 1996 zurückgelegt – über 20000 km legten BRC Mitglieder im Boot zurück - eine Leistung, die in den folgenden Jahren nicht mehr erreicht werden konnte.

2004 – 2008

Wie in den Vorjahren nahmen wir an den traditionellen Veranstaltungen mit unterschiedlichen Erfolgen teil:
u.a. gelang dem Alten Herren Vierer – jetzt mit Klaus Döpke für G. Sellhorn am zweiten Schlag - 2004 der Sieg mit 6 Sekunden Vorsprung auf 13 km langen Strecke der Dove Elbe Rallye.
Kyra Tessmer qualifizierte sich 2005 beim Landesentscheid in Rostock für den Bundeswettbewerb in Berlin.
2006 besuchten wir zum letzten Mal eine DRV Regatta mit drei Junioren B – leider ohne Sieg.
Bei den Schwimmfesten starteten die Jugendabteilungen vom RC Prostesia und Biller RC als eine Mannschaft und begannen damit eine für Jahre erfolgreiche Serie. Aber auch auf den Regatten wurden Renngemeinschaften gebildet und so das vorhandene Potenzial erfolgreich eingesetzt.
Zum ersten Mal tauften wir ein Boot unter Flutlicht - die „Rote Socke“ unternahm die Jungfernfahrt in Gegenwart von 60 Gästen – insgesamt konnten durch Zuschüsse und Spenden im oben erwähnten Zeitraum 5 Einer in Dienst gestellt werden.
2004 erhielten wir nach 2 Jahren zähen Verhandlungen mit dem Sportamt das Nachbargrundstück zugewiesen und begannen mit dem Neubau der Dusch- und Umkleideräume, die Dank ehrenamtlicher Arbeiten in 2006 feierlich eröffnet wurden.

Seit 2005 beschäftigt uns die Idee des Bezirksamtes, gegenüber vom Verein Wohnschiffe zu installieren. Nach langwährigen Verhandlungen mit Unterstutzung des AAC/NRB konnten wir dies erfolgreich verhindern.
Im Winter wird neben dem Tischtennis verstärkt auf den 5 Concept II Ruderergometern trainiert, von denen 2 Geräte im Jahr 2007 durch einen Zuschuss von Hamburg Wasser finanziert wurden – im letzten Jahr wurden wieder zwei TT Mannschaften zur Punktspielrunde des AAC/NRB gemeldet.

Im Jubiläumsjahr 2008 (125 Jahre Biller RC) durften wir als Ausrichter des offiziellen Hamburger Anrudern weit mehr als die erhofften 125 RudererInnen aus den Hamburger Vereinen am Bootssteg begrüßen – trotz des miserablen Wetters hatten sie sich nicht vom Besuch abbringen lassen. Mit einer kombinierten Veranstaltung ging es weiter – der Jubiläumsempfang und das Mitglieder-Sommerfest – waren auch trotz des wiederum schlechten Wetters gut besucht. Während des Jahres wurden verschiedene Möglichkeiten gesucht, die Anschaffung eines neuen Gig-Doppelvierer m. Stm. zu finanzieren. Mit Unterstützung des Bezirksamtes, der Hamburger Sparkasse, der Geschenke anlässlich des Jubiläums, den Verkaufserlösen von drei in die Jahre gekommener Boote sowie zahlreichen Spenden gelang es dieses Vorhaben zu verwirklichen. Die Bestellung erfolgte noch 2008 und im Frühjahr 2009 nahm das neue Bootes seinen Platz in der Bootshalle ein.
Schon vor der offiziellen Taufe des Bootes siegten Karl-Heinz Jahn, Michael Otto zusammen mit Peter Franke (RCS) und Peter Eckmann (RCP) bei der Langstreckenregatta in Bergedorf im MM D 4x + Gig gegen Konkurrenten aus Berlin, Limburg, Mölln und Oldenburg.

2009 – 2013

Die aus drei Vereinen bestehende Renngemeinschaft konnte ihre Erfolge auf der Langstreckenregatta in Bergedorf in den Jahren 2009, 2010 und 2012 wiederholen – den Platz von Karl-Heinz Jahn übernahm in 2012 Ronald Kabelich und Helgo Wosnitza (Hammerdeicher RV) ersetzte Peter Franke (RCS). Ferner konnten in diesem Zeitraum 3 aufeinanderfolgende Siege bei der Langstreckenregatta des Nachbarvereines errungen werden. In 2011 wurde ein weiterer Doppelvierer mit Steuermann angeschafft, die beiden Boote werden von den Frauen- und Herrenmannschaften genutzt, oft sind aber auch „gemischte“ Boote beim Training oder bei Regatten auf dem Wasser anzutreffen.
In 2012 wurde erstmals seit langer Zeit wieder eine mehrtägige Wanderfahrt auf Eider und Treene in Nordfriesland durchgeführt – 2013 heißt das Ziel Berlin. Zum zweiten Mal in Folge konnte der BRC 2013 die Hamburger Sternfahrten Wertung gewinnen. Wanderungen im Winter, gemeinsame Radtouren und Grillabende runden das „gesellige“ Vereinsleben ab.